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Juli 2007
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Archive für 16.7.2007

Social Life

Wir räumen, malen, shoppen so interessante Dinge wie Schleifmaschinen, Wandfarbe, Farbrollen, dann wieder Farbrollen, weil die ersten Farbrollen recht schnell den Dienst versagen, kaufen Autos und telefonieren mit Connecticut Natural Gas und verschiedenen Ämtern. Da haben wir uns ein bißchen Abwechslung verdient, wie wir meinen…

Samstag 7. Juli fand das Abschiedsfest von Gustls Chef Gerald statt, der zurück nach Deutschland geht. Schade, wie ich finde, denn er und seine Familie, Antje, Hannes und Monia, sind sehr lieb, hilfsbereit und lustig. Aber Hamburg ruft, da soll man nicht zögern! Auch wenn der Garten dort kaum die Ausmaße einer Hazienda haben wird.

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Die Spansau wurde auf den Namen Susi getauft. Sie hatte wohl in der Nacht davor schon für eine Vor-Feier gesorgt, denn der Spanferkelgrill der MTU war nicht vollständig, und die provisorische Reparatur (man nennt das hier “to fix”…) war wohl erst nach diversen Schnäpsen und Bieren von Erfolg gekrönt.

Susi war aber gleich auf Anhieb ein Erfolg, auch wenn ein paar Leute mit ganzen Tieren am Spieß so ihre Probleme haben…

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Für die Kinder wurde eine Pinata aufgehängt mit Süßigkeiten gefüllt, das ist so ähnlich wie “Schnapp die Wurst” bei uns.

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Die Amerikanischen Kollegen verschwanden schon recht früh, bis auf wenige Ausnahmen. Den Sonnenuntergang konnten sie deshalb nicht mehr miterleben, und auch den gemütlichen Abschluß am prasselnden Feuer nicht.

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Am Mittwoch darauf gab es bei Antje ein Weiberfrühstück. Sehr hilfreich, wenn man eine lange Liste mit Fragen hat. Wo kauf ich was? Welches Waschmittel hat nicht so exzessive Bleiche? Wo ist ein Bastelladen, um irgendwann mal mit Alexa dort hin fahren zu können? Und so weiter.

Wir fühlen uns hier sehr herzlich aufgenommen, wir wurden auch von Monia und Christoph schon begrillt, der Fisch war wunderbar!

Nichts gleicht München, aber es wird irgendwann ein zu Hause für uns sein!

 

 

Freitag der 13.!!!

Nachdem am Donnerstag unser neues Bett geliefert wurde, jaaaa! das balinesische, und prompt nicht die Treppe hoch paßte (wir werden da mit Säge und Schrauben dran rumpfuschen, geht nicht anders…), konnte der Freitag eigentlich nur noch besser werden.

Jennifer, unsere Ansprechpartnerin bei der Spedition hier in den USA, hatte die Ankunft unseres Containers für Freitag avisiert, aber so recht dran glauben wollten wir nicht, bevor wir ihn nicht gesehen hätten, obwohl die Luftfracht auch pünktlich am Donnerstag kam. Aber man weiß ja nie, und wir haben von Kollegen gehört, die bis zu 11 Wochen auf ihren Kram warten mußten. Irgendwie stellt man sich dann moralisch schon auf das Schlimmste ein.

Aber Freitag der 13. begann damit, daß die Auspackcrew bereits vor der Tür stand als wir morgens zum Haus kamen. Gustl fuhr weiter ins Büro und ließ mich mit sechs gutaussehenden und seeeeehr starken Kerlen allein, einer davon trug doch tatsächlich die Marmorplatte für die Küche alleine auf der Schulter! Ich fand die Situation besonders pikant, da mir von mehreren Seiten gesagt worden war, daß Männer in den USA darauf trainiert werden, nie zu einer einzelnen Frau in den Lift zu steigen, könnte ja prompt eine Anklage wegen sexual harassments geben… Die sechs Jungs hatten damit aber überhaupt kein Problem. Sie tranken meinen Kaffee und aßen die Cookies und “filled Streussels” mit Appetit und saßen in der Sonne während wir auf den Container warteten.

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Der kam um neun und grub beim Rangieren den Vorgarten um.

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New Yorker LKW-Fahrer sind offenbar keine begnadeten Rückwärtseinparker, der LKW stand letztendlich nicht in der Einfahrt, sondern parallel zur Straße.

Das Siegel am Heck des Containers war intakt, also hatte der Zoll wohl doch beim Röntgen nichts Interessantes gefunden. Hier verschwindet schon mal gerne Kartons mit Damenunterwäsche, gerne kriegen auch High End HiFi-Geräte Füße. Aber mit unserem alten Kram Marke “spätes IKEA” konnte wohl keiner der Zollbeamten was anfangen. Ich könnte mich natürlich in den “you know what” beißen, daß ich nicht doch Schnaps und Kernöl eingepackt hab… Aber man weiß das ja vorher nicht. Ich kann nur auf die kriminelle Energie unserer Besucher aus good old Germany und even better Austria hoffen…

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Als der Container geöffnet war wurde erst mal die Arbeit verteilt. Einer im Container, der alles auspackt (lange haben Rolfs Verpackungskunstwerke also nicht gehalten). Zwei, die die Sachen zur Hintertür tragen oder rollen, zwei, die treppauf-treppab laufen, einer der das Verpackungsmaterial zerkleinert. Und natürlich die Schuster, die am Hintereingang steht und die armen Schlepper in die richtigen Zimmer schickt. Daß im Endeffekt doch nicht alles im richtigen Raum stand lag wohl daran, daß die Jungs vor allem aus Brasilien stammten und ihr Englisch nicht soooo besonders gut war. Aber wir werden schon alles wiederfinden bis wir in zwei bis drei Jahren wieder ans Einpacken gehen…

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Bevor irgendwas ins Haus getragen werden konnte, wurden die Wege im Haus fein säuberlich mit Kartons abgeklebt und die Zimmer beschriftet.

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Die Möbel haben alle überlebt, nur der Eßtisch hat einen neuen Kratzer und eine Glasplatte hat ein Eck ab. Das wurde natürlich prompt der Deutschen Spedition untergejubelt. Aber ich glaube nicht, daß beim Einpacken geschludert wurde, nicht von Rolf! Sollten noch mehr Schäden sichtbar werden, machen wir einen Bericht an die Versicherung. Im Großen und Ganzen können wir wirklich zufrieden sein. Bei der Abschiedsfeier ging mehr kaputt…

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Mittags war der Container leer, ich konnte den LKW-Fahrer davon überzeugen, daß die Ski und Skistöcke wirklich mir gehören und nicht ihm, und er fuhr leicht frustriert wieder ab.

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Die Packer hatten noch einen Stapel Papiere für mich, die ich unterschreiben mußte. Hier unterschreibt man nicht nur, hier muß man zusätzlich an allen möglichen obskuren Stellen seine Initialen hinmalen, mit denen man einzelne Details des Papiers zur Kenntnis nimmt. Keine Ahnung, was ich alles gekauft habe, es bleibt spannend. Ich weiß, daß ich auf Zusammenbau der Möbel verzichtet habe, was eigentlich im Service beinhaltet war, aber wir hatten ja kaum was zerlegt, also war das nicht notwendig.

Mit einem fetten Tip und schneller als sie sich wohl erhofft hatten entschwanden zwei Amis und vier Brazilian-Americans in ihr Wochenende.

Und ich gönnte mir erst mal eine Zigarette auf der Terrasse…

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Wer aber glaubt, Freitag der 13. hätte damit ein glückliches Ende genommen, der irrt!

In der Nacht wurde unser Auto geknackt, der schöne schnittige Chevy!

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Der Vorfall hat uns die Bekanntschaft mit einer sehr hübschen polnischstämmigen Polizistin eingebracht, die sich tausend mal für ihre Landsleute (hier waren die Amis gemeint, Wolfram!) entschuldigt hat. Ich durfte sie leider nicht photographieren, sorry. Nach einem seeeehr langen Gespräch mit einer Dame an der Hotline von “National”, die sich auch für den Vorfall entschuldigte, mußten wir zum Flughafen, um einen neuen Wagen zu bekommen.

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Jaha, es ist ein PT Cruiser, Geschmackssache… Die Kurvenlage überzeugt mich nicht.

Wir haben überlegt, ihn gleich offen rumstehen zu lassen.

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Denn natürlich hatten wir unser Navi im Wagen gelassen, und genau darauf waren die Diebe aus!

Am Abend hatten wir eine Warnung des Hotelmanagements unter der Zimmertür durchgeschoben, die darauf hinwies, daß wohl eine Bande unterwegs ist, die es auf Navigationssysteme abgesehen hat… Leider zu spät!

Ich sage dazu nur:

May their next shit be a hedgehog!!!

 

 

Der erste Besuch ist da!

Am 10. Juli kamen Mayte und Klaus nach West Hartford, um uns auf ihrer USA-Reise zu besuchen. Die beiden leben in Malaga und irgendwie ist es immer extrem heiß, wenn wir uns sehen. Vor drei Jahren auf Ihrer Hochzeit in Malaga wurden rote Fächer an die Damen verteilt, die wir am Dienstag auch gut hätten brauchen können… Im Café Cosi war die Klimaanlage ausgefallen und der Steinofengrill bullerte auf voller Lautstärke.

Wir entschieden uns deshalb, ins gut gekühlte “Dakota” zu fahren, wo es feines Steak und kaltes Bier gab. Danach im Hotel hingen wir bei dieser Hitze nur noch in den Seilen.

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Am Mittwoch wollten die beiden eigentlich nach New York weiterfahren, entschieden sich aber dafür, mir im Haus zur Hand zu gehen. Mayte putzte die Fenster,

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Klaus klebte im Wohnzimmer die Tür- und Fensterrahmen ab und malerte schon mal die Ecken.

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Am späten Nachmittag ging ein Fenster zu Bruch, das Klaus am Donnerstag bei “Pfau´s Hardware” reparieren ließ.

Scherben bringen Glück!

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